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Lesekreis

Wir lieben Bücher – Sie auch?

Schon 2012 haben wir einen Lesekreis gegründet. Dort sprechen wir über Bücher, die uns gefallen oder auch nicht gefallen haben. Unsere Absicht ist der Austausch von persönlicher Leseerfahrung und Leseerlebnissen. Es kommt nicht darauf an, ein Buch erschöpfend zu interpretieren. Vielmehr wollen wir zur persönlichen Deutung von Literatur einladen!

Termin ist immer der erste Mittwoch im Monat.

Wir haben bisher gelesen

4. Oktober 2017: Stefanie Gregg, Duft nach weiss

Klappentext:

Bulgarien 1987: Die 17-jährige Anelija will fort – raus aus den Zwängen. Auf der Ladefläche eines Lastwagens macht sie sich auf die gefährliche Reise nach Deutschland – das Land, von dem sie sich Freiheit und Unabhängigkeit verspricht. Und das Land, in das ihre Mutter ging, als Anelija fünf Jahre alt war …
10 Jahre zuvor floh der Schriftsteller Georgi Markow aus Sofia nach London. Seine Bücher sind in Bulgarien verboten und seine öffentliche Kritik des Regimes aus dem Exil wird für ihn immer gefährlicher. Markow soll für immer zum Schweigen gebracht werden.
Einfühlsam verknüpft Stefanie Gregg die Geschichten des Mädchens Anelija, aufgewachsen bei ihrer Großmutter in einem kleinen Dorf und die des Schriftstellers Georgi Markow, der 1978 Opfer des spektakulären Regenschirm-Attentats in London wurde.

6. September 2017: Michel Houellebecq, Unterwerfung

Klappentext:

Es ist vielleicht der umstrittenste Roman des letzten Jahres: ‚Unterwerfung‘ handelt vom Zusammenprall der Kulturen und stellt Fragen zum Verhältnis von Orient und Okzident, von Judentum, Islam und Christentum – Fragen, die heute so relevant sind wie nie. Goncourt-Preisträger Michel Houellebecq präsentiert sich als furchtloser Gesellschaftsdenker, der die bestimmenden Spannungsverhältnisse unserer Epoche mit großer Ernsthaftigkeit – und zugleich mit virtuoser Ironie – ausdeutet.

Er erzählt in ‚Unterwerfung‘ die Geschichte des Literaturwissenschaftlers François. Der Akademiker forscht im Frankreich einer sehr nahen Zukunft zu dem dekadenten Schriftsteller Huysmans, der ihn sein Leben lang fasziniert. Zugleich verfolgt er die Ereignisse um die anstehende Präsidentschaftswahl: Während es dem charismatischen Kandidaten der Bruderschaft der Muslime gelingt, immer mehr Stimmen auf sich zu vereinigen, kommt es in der Hauptstadt zu tumultartigen Ausschreitungen. Als schließlich ein Bürge
rkrieg unabwendbar scheint, verlässt François Paris ohne ein bestimmtes Ziel. Es ist der Beginn einer Reise in sein Inneres.

5. Juli 2017: Dörte Hansen, Altes Land

Klappentext:

Das „Polackenkind“ ist die fünfjährige Vera auf dem Hof im Alten Land, wohin sie 1945 aus Ostpreußen mit ihrer Mutter geflohen ist. Ihr Leben lang fühlt sie sich fremd in dem großen, kalten Bauernhaus und kann trotzdem nicht davon lassen. Bis sechzig Jahre später plötzlich ihre Nichte Anne vor der Tür steht. Sie ist mit ihrem kleinen Sohn aus Hamburg-Ottensen geflüchtet, wo ehrgeizige Vollwert-Eltern ihre Kinder wie Preispokale durch die Straßen tragen – und wo Annes Mann eine andere liebt.

Mit scharfem Blick und trockenem Witz erzählt Dörte Hansen von zwei Einzelgängerinnen, die überraschend finden, was sie nie gesucht haben: eine Familie.

7. Juni 2017: Mitch Albom, Dienstags bei Morrie

 

Als er erfährt, dass sein ehemaliger Professor Morrie Schwartz schwer erkrankt ist und bald sterben wird, beginnt der Journalist Mitch Albom seinen Lehrer jede Woche zu besuchen. Und er, der meinte, dem Sterbenden Kraft und Trost spenden zu müssen, lernt stattdessen dienstags bei Morrie das Leben neu zu betrachten und zu verstehen.

10. Mai 2017: Inge und Walter Lens, Frau Thomas Mann

Frau Thomas Mann – Wer war Katharina Pringsheim

Inge und Walter Jens schildern das Leben einer ungewöhnlichen Frau und geben zugleich überraschende Einblicke in das Leben der Familie Mann.

5. April 2017: Rafik Schami, Erzähler der Nacht

 

Kutscher Salim, der beste Geschichtenerzähler von Damaskus, verstummt plötzlich. Nur sieben besondere Gaben können ihn erlösen. Seine Freunde finden allmählich heraus, welche Gaben gemeint sein könnten – die schönsten, die es gibt: Geschichten!
In unnachahmlicher poetischer Weise werden hier Märchen und Wirklichkeit miteinander verquickt.

8. März 2017: J.D. Salinger, der Fänger im Roggen

In der neuen Übersetzung von Eike Schönfeld – augezeichnet mit dem Übersetzerpreis der Heinrich Maria Ledig-Rowohlt Stiftung 2004
Holden Caulfield ist eine Kultfigur der amerikanischen Literatur. Er ist sechzehn Jahre alt und irrt durch New York, traurig, krank, verwirrt. Generationen von Lesern haben sich in ihm wiedererkannt, in seinen Träumen und Hoffnungen, in seinen Ängsten und Schwierigkeiten, erwachsen zu werden. Nun spricht er mit einer neuen deutschen Stimme – frech und witzig, traurig und provozierend, ehrlich.
1954 erschien im Züricher Diana Verlag der von Irene Mühlon übersetzte Roman Der Mann im Roggen von J. D. Salinger. Ein Schweizer Kritiker entdeckte, dass der Text verfälscht war; „unanständige“ Stellen waren getilgt, Flüche verkürzt, durch Auslassungspünktchen ersetzt oder weggelassen. Man befand sich in den 50er Jahren … Der Diana Verlag verlor die Rechte, die Kiepenheuer & Witsch 1960 erwarb. Heinrich Böll überarbeitete und ergänzte die Schweizer Übersetzung. Unter dem Titel Der Fänger im Roggen, der sich auf ein Gedicht von Robert Burns bezieht, erschien 1962 die deutsche Ausgabe. Es begann der unglaubliche Erfolg dieses Romans – 60.000 Exemplare im Hardcover und im KiWi-Paperback, weit über 1 Million im Taschenbuch bei Rowohlt. Die Übersetzung Eike Schönfelds zeigt die stilistischen Qualitäten des Romans in neuem Glanz, die raffinierte Sprache, die Kaskaden der Flüche, hinter denen Holden seine Verletzlichkeit verbirgt. Es ist, als lese man ein neues Buch – geschrieben für junge Leser von heute.

1. Februar 2017: Lee Harper, Wer die Nachtigall stört

 

medienprofile-Rezension


Ein schwerer Fall von Rassendiskriminierung, durch Kinderaugen gesehen, wird zu einem Lehrstück für Toleranz und Mitmenschlichkeit.

In der kleinen Stadt Maycomb, tief im Süden der USA, wachsen die Geschwister Jean Louise „Scout“ und Jeremy „Jem“ bei ihrem Vater Atticus Finch auf. Der Anwalt hat spät geheiratet und seine Frau früh verloren, weswegen er zu alt ist, um mit seinem Sohn Fußball zu spielen. Statt Kinderbücher liest er ihnen Gesetzestexte und Zeitungsartikel vor und behandelt sie wie ebenbürtige Erwachsene. Die farbige Haushälterin Calpurnia ist für das leibliche Wohl und das Erlernen von Benimmregeln zuständig. Die idyllische und liebevolle Kindheit endet, als Atticus die Verteidigung eines schwarzen Jungen übernimmt, der der Vergewaltigung eines weißen Mädchens angeklagt ist. Fortan sieht sich die Familie der vollen Wucht des irrationalen Rassenhasses der weißen Bevölkerung von Maycomb gegenüber, und Atticus muss seinen Kindern den Wert von Toleranz und Vorurteilsfreiheit vermitteln, was ihm auf eindrucksvolle Weise gelingt. – Die Übersetzung des über 50 Jahre alten Klassikers wurde anlässlich des sensationellen Fundes eines weiteren Harper-Lee-Manuskriptes (s.o.) vorsichtig renoviert und steht nun als ansprechende Hardcover-Ausgabe zur (Neu-)Anschaffung zur Verfügung. Aktueller denn je und unverzichtbar für jede Bücherei. (Übers.: Claire Malignon)

Susanne Steufmehl

 

2. November 2016: Erich Kästner; Fabian die Geschichte eines Moralisten

Eine brillante und provokante Großstadtsatire im Berlin der frühen 30er Jahre.“Satirischer Roman von Erich Kästner, erschienen 1931. – Das Werk gilt als eine der brillantesten Satiren auf deutsche, insbesondere Berliner Zustände am Ende der zwanziger Jahre und während der großen Wirtschaftskrise um 1930. Titelheld ist der zweiunddreißigjährige Germanist Dr. Jakob Fabian, bisher Adressenschreiber, nun Reklametexter für eine Zigarettenfirma, ein „zarter Ironiker“, der „auf den Sieg der Anständigkeit wartet“, nicht gerade lebenstüchtig ist und von den Menschen immer wieder übervorteilt wird.“ (Aus: Kindlers neues Literaturlexikon)

8. Oktober 2016: Fiona McFarlane, Nachts, wenn der Tiger kommt

 

medienprofile-Rezension


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Als eine neue Pflegerin ins Haus kommt, verliert die alte Ruth immer mehr ihre Autonomie und zunehmend auch den Bezug zur Realität.

Die alte Ruth lebt nach dem Tod ihres Mannes in einem Häuschen am Strand. Versunken in ihre Gedanken und gefangen in harmlosen Zwangsvorstellungen lebt sie von einem Tag zum nächsten. Dennoch kann ihr alltägliches Leben noch gut allein organisieren. Nur manchmal hat sie Zustände leichter geistiger Verwirrung, die ihre beiden weit weg wohnenden Söhne etwas beunruhigen. Eines Tages kommt Frida ins Haus, nach eigenem Bekunden von der staatlichen Fürsorge geschickt. Fortan sorgt Frida stundenweise für Ruths Wohlergehen und Gesundheit. Zunehmend und fast unmerklich dehnt Frida ihre Kompetenzen aus, agiert mehr und mehr mit verdeckter Autorität, und die Fürsorglichkeit erreicht zeitweise einen Punkt, da sie von Despotismus kaum noch zu unterscheiden ist. Ruth erlebt diese Macht durchaus als Bedrohung, aber ihre Unsicherheit lässt ihre Versuche scheitern, sich gegen Fridas Zudringlichkeit zur Wehr zu setzen. Gleichzeitig nehmen die Zustände der Verwirrung zu. – Der Tiger, der erst nur nachts kommt, aber dann auch am Tage eine Rolle spielt, ist als Allegorie zu verstehen für die geistige Umnachtung, die Besitz von Ruth ergreift. Meisterlich beschrieben ist der Wechsel und die Verquickung von Realem und Irrealem, was so typisch ist für Altersverwirrtheit, und was die Einschätzung der Situation der betroffenen Menschen so schwierig macht. Am Ende kann der Leser selbst nicht mehr unterscheiden, was Ruth wirklich erlebt und was nicht. Frida erlangt zunehmend Macht über Ruths Leben und der Leser ahnt, dass die Beweggründe hinter Fridas Fürsorge eher unlauter sind. Sehr geschickt baut sich die Spannung langsam auf und erreicht am Ende hitchcockartig beklemmende Züge. (Übers.: Brigitte Walitzek)

 

7. September 2016: Dave Eggers, Der Circle

Huxleys schöne neue Welt reloaded: Die 24-jährige Mae Holland ist überglücklich. Sie hat einen Job ergattert in der hippsten Firma der Welt, beim „Circle“, einem freundlichen Internetkonzern mit Sitz in Kalifornien, der die Geschäftsfelder von Google, Apple, Facebook und Twitter geschluckt hat, indem er alle Kunden mit einer einzigen Internetidentität ausstattet, über die einfach alles abgewickelt werden kann. Mit dem Wegfall der Anonymität im Netz – so ein Ziel der „weisen drei Männer“, die den Konzern leiten – wird die Welt eine bessere. Mae stürzt sich voller Begeisterung in diese schöne neue Welt mit ihren lichtdurchfluteten Büros und High-Class-Restaurants, wo Sterne-Köche kostenlose Mahlzeiten für die Mitarbeiter kreieren, wo internationale Popstars Gratis-Konzerte geben und fast jeden Abend coole Partys gefeiert werden. Sie wird zur Vorzeigemitarbeiterin und treibt den Wahn, alles müsse transparent sein, auf die Spitze. Doch eine Begegnung mit einem mysteriösen Kollegen ändert alles.

 

 

2016

Juli Walter Wüllenweber:  Die Asozialen
Juni Roman Schafnitzel: Am 7. Tag erschuf Gott die Vergänglichkeit
Mai Jeanette Walls: Die andere Seite des Himmels
April  Chimamanda Ngozi Adichies: Blauer Hibiskus
März Graeme Simsion: Das Rosie-Projekt
Febr. Max Frisch: Homo Faber
Jan. Fabio Geda: Im Meer schwimmen keine Krokodile

2015

Dez.  ausgefallen
Nov. Fredrik Backman: Ein Mann namens Ove
Okt. Klaus Kleber: Spielball Erde
Sept. Jonathan Franzen: Korrekturen
Juli Thomas Morus: Utopia
Juni Jan-Philipp Sendker: Das Herzenhören
Mai Anna Katharina Hahn: Kürzere Tage
April Ulla Hahn: Unscharfe Bilder
März Jose Mauro de Vasconcelos: Mein kleiner Orangenbaum
Februar Matthias Willenbacher: Mein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin
Januar Marie-Sabine Roger: Das Labyrinth der Wörter

2014

Dez. Jonathan Coe: Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim
Nov. Olga Grjasnowa: Der Russe ist einer, der Birken liebt
Okt. Carla Guelfenbein: Der Rest ist Schweigen
Sept. Maxim Leo: Haltet euer Herz bereit
Juli Markus Werner: Am Hang
Juni Daniel Kehlmann:Die Vermessung der Welt, Munro: Gesicht
Mai Velma Wallis: Zwei alte Frauen, Munro: Freie Radikale
April Joachim Meyerhoff: Alle Toten fliegen hoch Amerika
Munro: Tieflöcher
März Jonas Jonasson: Die Analphabetin, die rechnen konnte
Munro: Der Grat von Wenlock
Februar Doris Knecht: Gruber geht, Munro: Erzählungen
Januar Alice Munro: Zu viel Glück, M. Murcia: Accabadora

2013

Dez. Herrndorf: Tschick
Nov. Markus Zusak: Die Bücherdiebin
Okt. Joachim Zelter: Untertan
Sept. Sumaya Farhat-Naser: Thymian und Steine
August Susan Abulhawa: Während die Welt schlief
Juni Dai Sijie: Balzac und die chinesische Schneiderin
Mai Yann Martel: Schiffbruch mit Tiger
April Andrew Brown: Würde
März Toni Morrison: Menschenkind
Februar William Paul Young: DieHütte
Januar Javier Sebastián: Der Radfahrer von Tschernobyl

2012

Dez. Janette Walls: Schloss aus Glas
Nov. Shilpi Gowda: Die geheime Tochter
Okt.. Thomas Mann: Mario und der Zauberer
Sept. Francesca Melantri: Eva schläft
Juli Charles Dickens: David Copperfield
Juni Hermann Koch: Angerichtet
Mai Noel Chatelet: Die letzte Lektion
April Jonasson: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster sprang
März Marlen Haushofer: Die Wand